Stärken-Schwächen-Vergleich Eisenbahn & Lastkraftwagen

  • 1

    Eisenbahn

    Vorteile:

    • Eine große Zahl unterschiedlicher Waggontypen ermöglicht eine produktgerechte Auswahl der Beförderungseinheit
    • Die Ladekapazität (Nutzlast) der Eisenbahnwaggons ist höher als beim Lkw: ca. 26-55 t je nach Waggontyp, bei Spezialwaggons für Schwergut auch bis zu 77 t. Die Bahn ist ideal für Massengüter mit höheren Terminansprüchen (etwa im Vergleich zum Binnenschiff)
    • Die Waggons bieten guten Schutz gegen die Beförderungsrisiken; Eisenbahntransporte haben daher ein geringeres Schadenrisiko
    • Aufgrund des Reibungswiderstandes zwischen Rad und Schiene ist der Energieverbrauch geringer als beim Lkw, sodass Güter preisgünstig und umweltschonend befördert werden können
    • Die Vorzüge des Bahntransportes werden erst auf langer Strecke mit durchgehender Beförderung deutlich, das Rangieren und das erneute Zusammenstellen von Zügen äußerst zeit aufwendig sind.


    Nachteile:

    • Die Eisenbahn ist an die Schiene gebunden. Haben Versender und Empfänger ein Anschlussgleis, kann auf ihrem Firmengelände beladen und entladen werden. Andernfalls sind Vor- und Nachläufe zum Bahnhof erforderlich.
    • Das Netz der Güterbahnhöfe ist in den letzten Jahren immer weiter ausgedünnt worden; Vor- und Nachläufe werden daher immer aufwendiger. Zusätzlich Umladen ist schadenträchtig und erfordert eine aufwendigere Verpackung der Güter.

    Wobei dieser Nachtteil langsam beseitigt wird. Die Bahn investiert wieder in Bahnhöfe, Rangierbahnhöfe, Personal, Technik etc.


    Am 29.06.2018 wurde in Halle einer der modernsten Rangierbahnhöfe Europas offiziell in Betrieb genommen. Nach Angaben der Deutschen Bahn wurden 180 Millionen Euro in eine sogenannte Zugbildungsanlage investiert. 36 Züge können gleichzeitig zusammengestellt werden“, sagte Bahn-Sprecher Frank Kniestedt. Die Zusammenstellung erfolgt über Scanner vollautomatisch, was ein großer Vorteil ist und Personal sowie Zeit spart.




    Lastkraftwagen

    Vorteile:

    • Aufgrund des dichten Straßennetzes kann man mit einem Lkw fast jeden gewünschten Ort anfahren. Der Lkw-Verkehr zeichnet sich daher durch eine hohe „Flächigkeit“ aus
    • Der Lkw ermöglicht den Haus-Haus-Verkehr. Verpackungs- und Umschlagkosten lassen sich dadurch einsparen.
    • Für den Sammelladungsverkehr ist der Lkw im Vor- und Nachlauf wegen seiner Flächigkeit und Beweglichkeit kaum zu erstzen
    • Im Gegensatz zum Eisenbahnzug, in dem zahlreiche Waggons miteinander gekoppelt, sind ist Lkw-Verkehr stärker „Individualverkehr“. Der Auftraggeber kann daher Sonderwünsche leichter geltend machen und mit einer individuelleren Betreuung seiner Sendung rechnen
    • Im Regelfall ist die Transportdauer im Vergleich zur Bahn und zum Binnenschiff kürzer. Das gilt vor allem für kurze Entfernungen.


    Nachteile:

    • Gesetzlich festgelegte Kapazitätsbegrenzungen machen den Lkw ungeeignet für den Massengutverkehr und für besonderes sperrige Güter. Aufgrund der Längen- und Breitenbegrenzungen des Fahrzeugs ergeben sich deutliche Beschränkungen in der natürlichen Transportfähigkeit der Güter. Das höchstzulässige Gesamtgewicht des Lkw von 40 t führt zu einer Nutzlast von ca. 25 t
    • Der Energieverbrauch ist deutlich höher als bei der Eisenbahn und dem Binnenschiff
    • Der Lkw ist stärker von den Witterungsbedingungen und den Straßenverkehrsverhältnissen abhängig als der Eisenbahnverkehr

Share